Fragen und Antworten zur Pflegezusatzversicherung (FAQ)

Wie hoch ist die staatliche Förderung der privaten Pflegezusatzversicherung?

Wenn die Pflegezusatzversicherung bestimmte Bedingungen erfüllt, können, die ergänzend zur gesetzlichen Pflegeversicherung privat für den Pflegefall vorsorgen, eine staatliche Zulage von 5 Euro im Monat bzw. jährlich 60 Euro bekommen. Dies soll ein Anreiz zur Eigenvorsorge sein.

Ab wann kann die neue Pflegezusatzversicherung abgeschlossen werden?

Die neue Pflegezusatzversicherung kann ab 1. Januar 2013 abgeschlossen werden.

Wann nach Vertragsabschluss besteht ein Anspruch auf Geldleistungen?

Mit dem Vertragsabschluss beginnt zunächst eine Wartezeit, die jedoch nicht länger als fünf Jahre sein darf. Erst nach Ablauf dieser Wartezeit kann im Pflegefall die Leistung beansprucht werden.

Wie hoch wird die Versicherungsprämie sein?

Die Kalkulation der Beiträge der staatlich geförderten Pflegezusatzversicherung erfolgt durch die Versicherungsgesellschaften. Gegenwärtig liegen noch keine Angebote förderfähiger Pflegezusatzversicherungen vor; das Gesetz ist noch nicht in Kraft getreten. Die Versicherungsunternehmen sind dabei zu prüfen, welche Versicherungen im Rahmen der geplanten Förderkriterien möglich sein werden.

Werden auch bereits bestehende Pflegezusatz-Policen gefördert?

Eine staatliche Förderung für bereits im Jahr 2012 bestehende Pflegezusatzversicherungen ist nur möglich, wenn diese Verträge die gesetzlich geforderten Voraussetzungen erfüllen. Gegenwärtig bestehen etwa 1,9 Millionen private Pflegezusatzversicherungen. Die meisten erfüllen die Fördervoraussetzungen nicht. Ein Wechsel in einen geförderten Vertrag kann jedoch im Einzelfall möglich und naheliegend sein.

Gibt es steuerliche Vorteile?

Das Pflege-Neuausrichtungsgesetz (PNG) verfolgt das Konzept einer Förderung durch eine Zulage. Dadurch werden auch Bezieher kleiner und mittlerer Einkommen in den Focus genommen. Von einer steuerlichen Förderung wären hingegen nur jene begünstigt, die aufgrund der Höhe ihres persönlichen Einkommens Einkommensteuer zahlen. Bei einer Förderung durch eine Zulage ist der Kreis der Anspruchsberechtigten größer.

Welche Stelle zahlt die staatlichen Zulagen aus?

Die Auszahlung der Förderung erfolgt durch die Rentenversicherung. Personen, die nicht gesetzlich rentenversichert sind, werden für die Zulagenförderung bei der zentralen Stelle der Deutschen Rentenversicherung Bund neu erfasst. Iin diesem Fall beantragt das Versicherungsunternehmen für den Zulagenberechtigten bei der zentralen Stelle eine Zulagennummer.

Werden auch Personen gefördert, die in der privaten Pflegepflichtversicherung abgesichert sind?

Eine staatliche Förderung einer Pflegezusatzversicherung erfolgt auch bei Personen, die eine private Pflegeversicherung haben.

Wie werden Beamte gefördert?

Eine Unterscheidung zwischen Beamten und Arbeitnehmern ist im Gesetz nicht vorgesehen.

Können auch Kinder die staatliche Förderung erhalten?

Nein, Kinder können keine staatliche Förderung erhalten; diese beginnt erst ab dem 18. Lebensjahr.

Welche Voraussetzungen für die Förderung muss der Versicherungsnehmer bzw. müssen die Versicherungen erfüllen?

Der Gesetzgeber hat wichtige Versicherungsbedingungen vorgegeben.

Es besteht ein Kontrahierungszwang. Das bedeutet, dass die Versicherer jedem erwachsenen Antragsteller, der noch keine Leistungen der Pflegeversicherung bezieht oder bezogen hat, einen Versicherungsvertrag zu den Förderkonditionen anbieten. Gesundheitsprüfungen, Risikozuschläge und Leistungsausschlüsse sind nicht zulässig.

In einer Rechtsverordnung wird geregelt, dass die Verwaltungs- und Abschlusskosten zu begrenzen sind..

Die ausgezahlten Versicherungsleistungen sind Geldleistungen zur selbstbestimmten Verwendung, d. h. ein Pflegetagegeld. Es wird in jeder Pflegestufe und bei erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz ausgezahlt. In Pflegestufe III beträgt das private Pflegetagegeld mindestens 600 Euro im Monat.

Bezieher von Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe haben die Möglichkeit, den Vertrag zu kündigen oder ruhend zu stellen.

Die Wartezeit darf die Frist von fünf Jahren nicht überschreiten.

Die Versicherungsunternehmen sind bei Vorliegen von Pflegebedürftigkeit bzw. erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz an die Feststellungen der zuständigen Pflegekasse halten. Sie müssen entsprechend dieser Feststellungen die Versicherungsleistung auszahlen.

Wann sollte ich eine private Pflegezusatzversicherung abschließen?

Die individuelle Lage ist entscheidend, wie viel Geld man im Pflegefall tatsächlich braucht. Ein Alleinstehender kann seine durchschnittliche Rente durchaus auch für die Pflege einsetzen. Im Fall eines Ehepaares hingegen, von dem ein Partner ins Pflegeheim geht, während der andere weiter Miete für die Wohnung zahlen muss, wird wahrscheinlich in finanzielle Engpässe geraten.

In jungen Jahren muss man noch keine Zusatzversicherung abschließen. Zwischen 55 und 60 Jahren hingegen weiß man schon, wie es im Ruhestand um die persönliche und finanzielle Situation bestellt sein wird. Man kann einschätzen, wie viel Geld im Alter benötigt wird.

Sollte ich überhaupt eine Zusatzversicherung abschließen?

Diese Frage wird von einigen Versicherungsberatern verneint, da pflegebedürftige Menschen weniger Geld für Konsumgüter ausgeben und deshalb ihre Pflege mit ihrer Rente oder ihren Ersparnissen finanzieren können. Wichtige sei eine ausreichende Altersvorsorge.